Stabilitätsprobleme beim PC Drucken
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Sehr häufig klagen Endanwender über Stabilitätsprobleme beim PC. Davon betroffen sind in aller Regel Besitzer von Windows®-PCs. Aufgrund der schier unüberblickbaren Fülle von Hardware-Komponenten und Programmen ist es unausweichlich, dass es in bestimmten Situationen Probleme geben kann.

Ein kleiner Dämpfer zu Beginn: Eine Rundum-Sorglos-Lösung gibt es nicht. Was wir aber tun können ist Ihnen im Folgenden ein paar Hilfestellungen zu geben um das Problem vielleicht eingrenzen zu können. Wir werden gemeinsam mit Ihnen versuchen anhand der nachfolgenden Vorgehensweise eine grobe Eingrenzung auf Hard- oder Softwarefehler zu ermöglichen.

Fehlerarten

Man unterscheidet zwischen zwei Fehlerarten, deren Ursachen bisweilen so vielfältig sein können, dass eine eindeutige Analyse ohne enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand fast nicht möglich ist.

Software

Auf der einen Seite befinden sich die Softwarefehler. Diese können vielfältige Ursachen haben, wie

  • konkurrierende Treiber, die sich gegenseitig behindern und so zu Fehlern führen,
  • Reste von Programmen, die nicht korrekt deinstalliert wurden und nun aufgrund von fehlenden Komponenten Fehler provozieren,
  • fehlerhafte Programmkomponenten, die Störungen im Betriebssystem verursachen,
  • Schadsoftware wie Viren oder Folgen eines Trojanerbefalls.

Hardware

Auf der anderen Seite existieren die Hardwarefehler. Bei diesen ist es teilweise relativ leicht eine Ursache auszumachen oder zumindest so weit einzugrenzen, dass eine schadhafte Komponente mit ziemlicher Sicherheit gefunden werden kann.

Einige Hardwarefehler:

  • Speicherfehler, hervorgerufen durch defekte Speicherbausteine führen zu einem Bluescreen.
  • Defekte an der Grafikkarte sind auch relativ häufig und können dazu führen, dass der Rechner "hängen" bleibt oder komplett abstürzt.
  • Fehlerhafte Speicherstellen auf dem Massenspeicher führen zu einem Absturz oder einem Bluescreen wenn versucht wird an eine defekte Speicherstelle zu schreiben und unerwartete Ereigniswerte an das System zurückgemeldet werden.
  • Thermische Probleme am Prozessor. Durch eine defekte oder zu kleine Kühlung kann es zu Neustarts oder dem Komplettausfall des Systems kommen.
  • Thermische Probleme an diversen anderen Komponenten des Mainboards, die auf eine ausreichende Kühlung angewiesen sind.

Damit sind nur die häufigsten Fehler genannt. Diese Liste lässt sich noch deutlich verlängern, würde jedoch den Rahmen dieses kurzen Einblicks in die Do-It-Yourself-Fehlersuche deutlich sprengen.

Fehlersuche

Die Firma pbk solutions ist nicht für die korrekte Durchfühung der im folgenden dargestellten Schritte verantwortlich. Alle Veränderungen am Computer geschehen auf eigene Gefahr. Ein Ersatzanspruch gegen pbk solutions besteht nicht.

Um mit der konkreten Fehlersuche beginnen zu können werden zuerst einmal einige Werkzeuge benötigt, mit deren Hilfe sich bestimmte Fehler ausschliessen lassen.

Werkzeuge

Wir verwenden dazu folgende Programme, die allesamt keine Lizenzkosten verursachen, da entweder OpenSource-Software oder unter Lizenzen veröffentlicht, die keine Kosten verursachen.

Knoppix

KnoppixBei Knoppix handelt es sich um ein von CD lauffähiges Debian-Linux-System mit KDE als Desktop von Klaus Knopper. Es kommt auf CD oder DVD mit einer Fülle von Applikationen und kann direkt von CD sogar für produktive Tätigkeiten verwendet werden.


An dieser Stelle soll jedoch nicht auf die einzelnen Applikationen im Besonderen eingegangen werden, sondern diese Linux-CD dient hervorragend um bspw. einen Fehler in der Softwareinstallation des Rechnern zu diagnostizieren.

Knoppix können Sie als ISO-Image hier herunterladen.

Ultimate Boot CD

Die Ultimate Boot CD , kurz UBCD ist eine Sammlung von Dienstprogrammen zur Wartung eines PC-Systems. Von einfachen Aufgaben wie Benchmark-Tests sind auch die Diagnose-Tools der Festplattenhersteller, diverse Hardwaremonitore, Programme zum Lasttest und auch Komponenten zur sicheren Löschung von Datenträgern enthalten.

Für die hier beschriebene Fehlersuche benötigen wir jedoch effektiv nur wenige Programme. Beachten Sie, dass einige Programme dieser CD-ROM ausschliesslich für den privaten Gebrauch bestimmt sind – de betroffenen Anwendungen sind entsprechend gekennzeichnet.

Die UBCD "Full" können Sie als ISO-Image hier herunterladen.

Ausschlussverfahren

Da bereits zu Beginn gesagt wurde, dass diese Einführung keine konkrete Analyse zu Softwarefehlern liefern kann und dies auch meist nur mit einer sehr grossen Menge an Erfahrung zu bewerkstelligen ist, versuchen Sie als erstes herauszufinden ob ein Softwarefehler auszuschliessen ist.

Software

Dazu bedienen wir uns der KnoppixCD. Legen Sie die CD in Ihr CD-ROM-Laufwerk ein und starten Sie den Rechner neu.

Wie Sie Ihren PC einstellen müssen, damit dieser von einer CD und nicht von der Festplatte bootet entnehmen Sie bitte den Handbüchern, die Ihrem PC/Motherboard beigelegen haben. Meist lässt sich ein Bootmenü durch Drücken der Taste [Esc] nach dem ersten Start-Bildschirm des Rechners mit den BIOS-Informationen aufrufen.

Knoppix wird direkt von der CD/DVD gestartet und nach wenigen Sekunden erscheint der folgende Bildschirm:

Bootvorgang Knoppix

Sie sehen den Bootloader. Hier können Sie entweder warten, bis der eigentliche Startvorgang beginnt oder aber auf die Return-Taste drücken um den Vorgang zu beschleunigen.

Startvorgang Knoppix

Der Startvorgang kann – je nach verwendetem Rechner – wenige Sekunden bis zu einigen Minuten dauern. Sofern der Startvorgang ohne, den Betrieb beiinträchtigende, Fehler abgeschlossen ist befinden Sie sich in der KDE-Dektop-Umgebung, die der Oberfläche von Windows® stark nachempfunden wurde.

Knoppix erster Start

Sie können nun nach Belieben Applikationen starten und mehr oder weniger so arbeiten wie unter Ihrem normalerweise gestarteten Windows auch. Starten Sie diverse Applikationen, nutzen Sie die Schnittstellen und Speichermedien, die Sie unter Windows normalerweise auch verwenden würden wenn Sie das Auftreten des Fehlers beobachten konnten.

Diese Prozedur kann – je nach Häufigkeit des Fehlers – einige Stunden dauern. Sollte der Rechner nicht abstürzen, so kann ein Hardwarefehler an dieser Stelle zu fast 100% ausgeschlossen werden. Damit wäre die Diagnose eindeutig und die Fehlersuche muss innerhalb von Windows® fortgesetzt werden. In den allermeisten Fällen lassen sich diese Probleme dadurch beheben indem man einfach eine Sicherung eines fehlerfreien Zustandes zurückschreibt. Die Suche nach der fehlerhaften Softwarekomponente bedeutet einen enormen Aufwand.

Hardware

Wir beschränken uns auf einen kleinen Teilbereich der Hardwarefehler, da eine detailliertere Ausführung nicht nur diesen Rahmen sprengen würde, sondern in eine Schulung für PC-Techniker ausarten würde.

Für die Diagnosen legen Sie die UBCD in das CD-ROM-Laufwerk Ihres Computers und starten ihn neu. Nach wenigen Sekunden erscheint das Hauptmenü der Ultimate Boot CD:

Hauptmenü UBCD

Drücken Sie auf die Taste [F1] um das Untermenü für die Mainboard Tools zu öffnen.

Mainboard-Tools

In diesem Menü sind nun alle Programme enthalten, die wir im Folgenden benötigen um einen Hardwarefehler eingrenzen zu können.

Thermische Probleme

Um den Prozessor zu belasten bedienen wir uns des Programms StressCPU welches Sie mit einem Druck auf die Taste [F4] starten können.

Im Laufe des Startvorganges erhalten Sie einige Meldungen, die Sie aber allesamt ignorieren können. Eventuell aufpoppende Fenster werden nach einer kurzen Zeit automatisch geschlossen.

Das Programm beginnt unmittelbar nach dem Start mit der Arbeit und gibt folgende Informationen auf dem Bildschirm aus:

CPU Test

Es werden nun eine ganze Reihe von mathematischen Berechnungen durchgeführt, die den Prozessor sehr stark belasten. Sollte es ein thermisches Problem bei der Kühlung des Prozessors geben, so wird der Rechner relativ schnell einen Neustart durchführen. In diesem Fall könnte es sich in der Tat um ein thermisches Problem handeln. Das Ergebnis lässt sich festigen indem im Anschluss noch ein Speichertest durchgeführt wird.
Lassen Sie diesen Test mehrere Stunden laufen um auch wirklich einen thermischen Fehler ausschliessen zu können.

Arbeitsspeicher

Sehr häufig sind Abstürze bei einem Computer durch Speicherfehler hervorgerufen. Dies muss nicht in jedem Fall immer gleich einen kompletten Defekt des Moduls bedeuten, sondern kann durchaus auch ein einfaches Kontaktproblem sein.

Um den Arbeitsspeicher des Rechners zu testen verwenden wir das Programm memtest86+, welches im Menü der Mainboard-Tools mit der Taste [F6] aufgerufen wird.

Im Laufe des Startvorganges erhalten Sie einige Meldungen, die Sie aber allesamt ignorieren können. Eventuell aufpoppende Fenster werden nach einer kurzen Zeit automatisch geschlossen.

Nach dem Start beginnt das Programm mit dem Testen des Arbeitsspeichers. Die Ergebnisse werden permanent angezeigt:

Memtest

Wenn in der Spalte Error eine Zahl grösser als 0 angezeigt wird, oder das Programm abstürzt, so sind folgende Massnahmen angesagt:

  1. Rechner ausschalten und öffnen
  2. Alle Speicherriegel entfernen
  3. Einen einzelnen Riegel (je nach Alter des Rechnern auch eine Bank) wieder einstecken
  4. Rechner wieder einschalten
  5. Den Test erneut starten.
  6. Diesen Vorgang so lange wiederholen bis alle Riegel getestet wurden.

Lassen Sie das Programm mindestens so lange laufen bis in der Spalte "Pass" eine Zahl zwischen 5 und 10 steht.

Den defekten Riegel können Sie dann gegen einen neuen Riegel mit gleichen Eigenschaften ersetzen.

Wird kein Fehler angezeigt, so ist der Speicher auch nicht defekt und kann weiter verwendet werden. Die Fehlerursache wäre damit allerdings noch nicht ausgemacht. Es sei denn der Test mit StressCPU provozierte einen Absturz und der RAM-Test nicht. Dann ist ein thermisches Problem nicht mehr auszuschliessen.